VetStat® Elektrolyt- und Blutgas-AnalysegerätEinfach, zuverlässing, in der Praxis und unterwegsTesten Sie die Parameter, die Sie zur Versorgung kranker, kritischer und von Notfallpatienten am dringendsten brauchen.
IDEXX VetStat™ Analysegerät:
Das IDEXX VetStat™ Blutgas- und Elektrolyt-Analysegerät ist Bestandteil des IDEXX VetLab® Systems. Durch den Anschluss des IDEXX VetStat an die IDEXX VetLab® Station, einem Laborinformations-Managementsystem, können die Ergebnisse aller IDEXX-Analysegeräte zentral verwaltet und gemeinsam auf einem übersichtlichen Befundbericht ausgedruckt werden.
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Umfangreiche, praxisinterne Elektrolyt- und Blutgasinformationen für eine schnellere, besser fundierte und sichere Entscheidung
Einfach zu bedienen
- Der anwenderfreundliche Touchscreen mit seiner einfachen Menüführung kann jederzeit von allen Mitarbeitern bedient werden
- Eine automatisierte Probenaspiration reduziert Personalbindung und Schulungzeit
- Es kann Vollblut, Plasma oder Serum analysiet werden
- Die Lagerung der Kassetten bei Raumtemperatur ermöglicht eine sofortige Testdurchführung (keine Aufwärmphase notwendig)
Richtige Ergebnisse
- Integrierte speziesspezifische Referenzbereiche
- Die Kalibrationskurve aller Chargen ist im Barcode jeder Kassette erfasst – es ist keine manuelle Dateneingabe erforderlich
- Optimale Kalibrierung durch Kalibrationsgas
- Die automatisierte Probenaspiration reduziert Anwenderfehler auf ein Minimum
Kostengünstig
- Einweg-Kassetten ermöglichen einen konstant niedrigen Preis pro Untersuchung
- Abpackungen mit nur 5 Kassetten reduzieren das Ablaufrisiko des Produktes erheblich
Tragbar
- Batterie- oder Wechselstrombetrieb möglich
- Der integrierte Akku ermöglicht einen stromunabhängigen Betrieb von bis zu acht Stunden
Technische Unterstützung
- Verlassen Sie sich auf einen ausgezeichneten Kundenservice sowie kompetente Unterstützung bei technischen Fragen und Schulungen.
Die Technologie des IDEXX VetStat™ Analysegerätes
Das VetStat™ Analysegerät ist ein mikroprozessorgesteuertes Instrument, das optische Fluoreszenz von spezifischen Sensoren, sogenannten optischen Elektroden (Optoden), misst. Eine Einwegkassette enthält alles, was zur Kalibrierung, Probenmessung und Entsorgung erforderlich ist. Spezifische Kalibrierungsinformationen auf der Kassette werden in das Analysegerät eingelesen, indem die Kassette durch den Barcodeleser gezogen wird. Die Kassette wird dann in die Messkammer eingelegt.
Das Analysegerät erwärmt die Kassette auf 37 ± 0,1 °C und führt eine Kalibrierung der Sensoren für PCO2 und PO2 durch, indem es eine kalibrierte Gasmischung über die Optoden leitet. Die pH- und Elektrolytkanäle werden mit der in der Kassette enthaltenen Pufferlösung kalibriert. Nach der Kalibrierung aspiriert das Analysegerät die Blutprobe in die Kassette und leitet sie über die Optoden, wo anschließend die Fluoreszenzemission gemessen wird.
Nach der Messung wird die Kassette, die die Blutprobe enthält, aus dem Analysegerät entfernt und entsorgt. Da sowohl Probe als auch Reagenzien durchweg während des Messvorgangs in der Kassette verbleiben, wird das Analysegerät weder mit der Probe noch mit Reagenzien verunreinigt.
VetStat Elektrolyt- und Blutgas-Analysegerät — Technische Daten
Die Kassetten werden bei Raumtemperatur gelagert und können sofort verwendet werden - so sind Sie jederzeit auf alles vorbereitet
Einwegkassetten
Jede Kassetten-Charge wird während des Herstellungsprozesses kalibriert. Alle Kassetten erhalten dann einen Barcode, der diese Kalibrationsdaten sowie die Chargennummer und das Verfallsdatum enthält.
Sie haben die Auswahl zwischen vier verschiedenen Einwegkassetten:
Der Barcode der Kassette wird während des Durchziehens durch den Barcodeleser gelesen. Die Kassette wird im Gerät platziert und es erfolgt eine automatisierte Kalibrationsverifizierung mit Hilfe einer präzisen Gasmischung und des internen Puffers der Kassette.
| Probentyp | Verfügbare Einheiten | Dynamischer Bereich | ||||
| Parameter | Vollblut | Plasma | Serum | Standard | Sonstiges | (Standardeinheiten) |
| Na+ | • | • | • | mmol/l | 100–180 | |
| K+ | • | • | • | mmol/l | 0,8–10 | |
| Cl– | • | • | • | mmol/l | 50–160 | |
| Ca++ | • | • | • | mmol/l | mg/dl | 0,2–3,0 |
| pH | • | • | • | pH Einheiten | 6,6–7,8 | |
| PCO2 | • | • | • | mmHg | kPa | 10–200 |
| PO2 | • | mmHg | kPa | 10–700 | ||
| Glukose | • | • | • | mg/dl | mmol/l | 30–400 |
| tCO2* | • | • | • | mmol/l | 1,0–200,0 | |
| HCO3– | • | • | • | mmol/l | 1,0–200,0 | |
| Anionenlücke | • | • | • | mmol/l | 3–30 | |
Analysieren Sie eine Probe in 6 einfachen Schritten
Das IDEXX VetStat™ Analysegerät ist ganz einfach zu bedienen
Das ist alles! |
Häufig gestellte Fragen zum IDEXX VetStat™ Elektrolyt- und Blutgas-Analysegerät
Flüssigkeitstherapie | Störungen des Säure-Basen-Haushaltes
Die subkutane Gabe kann für die Flüssigkeitszufuhr zur Deckung des Erhaltungsbedarfs bei kleinen Hunden und bei Katzen verwendet werden. Sie sollte nicht bei Patienten eingesetzt werden, die unter akuten hochgradigen Flüssigkeitsverlusten leiden (z. B. Patienten mit offensichtlichem Volumendefizit). Die subkutane Applikation wird auch nicht bei hochgradig dehydratisierten oder hypothermischen Tieren empfohlen, da bei diesen Patienten eine beträchtliche periphere Vasokonstriktion vorliegen kann, wodurch die Flüssigkeitsabsorption potenziell beeinträchtigt wird. Nur isotone kristalloide Flüssigkeiten, die Laktat als Basenvorstufe enthalten (z. B. Ringer-Laktat) können zur subkutanen Applikation von Flüssigkeit empfohlen werden. Der geringe pH-Wert sowie der hohe Azetatgehalt vereinzelter Infusionslösungen kann dazu führen, dass die subkutane Injektion schmerzhaft ist. Eine 5%ige wässerige Dextroselösung wird zur subkutanen Verabreichung wegen des potenziellen Risikos temporärer Elektrolytimbalanzen nicht empfohlen, da der Organismus bestrebt ist, einen Ausgleich zwischen extrazellulärer Flüssigkeit und der verabreichten elektrolytfreien Lösung herzustellen. Schließlich bestehen hinsichtlich der subkutanen Verabreichung dextrosehaltiger Flüssigkeiten auch Bedenken, dass dies eine Prädisposition für Zellulitis schaffen könnte, falls mit der Injektion Bakterien eingeschleust werden.
Wann verwendet man eine 5%ige Dextroselösung? 

Eine 5%ige Dextroselösung wird in der Regel zum Ausgleich von Flüssigkeitsdefiziten gegeben und liefert kaum Energie. Die Verabreichung von 5%iger Dextroselösung (200 kcal/l) kann somit – mit Ausnahme vielleicht von sehr kleinen Tieren – nicht als verlässliche Energiezufuhr zur Deckung des täglichen Erhaltungsbedarfs angesehen werden. Bei Patienten, bei denen eine Sepsisgefahr oder eine Hypoglykämie anderer Ätiologie besteht, kann man 100 ml einer 50%igen Dextroselösung (d. h. 50 g) zu 1 l Ringer-Laktat hinzugeben, um so eine Lösung mit 5%igem Dextrosegehalt zu erhalten. In solchen Situationen wird Dextrose eingesetzt, um eine vermutete oder dokumentierte Hypoglykämie auszugleichen.
Wie entscheidet man, wie viel Flüssigkeitsvolumen in einem bestimmten Zeitraum gegeben werden darf? 

Als Prinzip gilt, dass die Infusionsrate (d. h. das Flüssigkeitsvolumen pro spezifischem Zeitintervall) vom Schweregrad des Flüssigkeitsverlustes und von der Geschwindigkeit, mit der dieser entstanden ist, abhängig ist. Je höher der Flüssigkeitsverlust und je schneller dieser entstanden ist, desto rascher sollte die Infusion verabreicht werden. Bei Patienten mit stabiler chronischer Erkrankung wählt man am besten den längstmöglichen Zeitraum (z. B. 12 oder 24 Stunden). Berechnen Sie den Rehydratationsbedarf einfach durch Summieren von aktuellem Volumendefizit, Flüssigkeitserhaltungsbedarf und fortlaufenden Flüssigkeitsverlusten und verabreichen Sie diese Flüssigkeitsmenge in dem längsten, Ihnen zur Verfügung stehenden Zeitraum.
Wenn Sie z. B. einen 10 kg schweren Hund mit Erbrechen und einem Dehydratationsgrad von 10 % in die Praxis bekommen und wissen, dass Sie nur während der nächsten 12 Stunden anwesend sein werden, dann empfiehlt sich die Gabe von 1 l zum Ausgleich des Flüssigkeitsdefizits plus 600 ml für den Erhaltungsbedarf (ausgehend von einem Flüssigkeitserhaltungsbedarf von 60 ml/kg/Tag) plus 500 ml für die geschätzten fortlaufenden Flüssigkeitsverluste, da der Hund nach wie vor erbricht. So geben also 2100 ml, dividiert durch 12 Stunden, somit 175 ml pro Stunde. Die Infusionsrate beträgt somit 17,5 ml/kg/h.
Zeigt der Patient Kreislaufstörungen infolge der Hypovolämie (wie Tachykardie, verzögerte Kapillarfüllungszeit und schwachen Puls), sollten Sie unter Umständen einen Teil der berechneten Flüssigkeitsmenge rascher in einem kürzeren Zeitraum verabreichen. Sie könnten z. B. das aktuelle Flüssigkeitsdefizit von 1 l innerhalb der ersten 4 Stunden ausgleichen (das ergibt eine Infusionsrate von 25 ml/kg/h) und danach die Rate drosseln, um die berechneten Mengen für Erhaltungsbedarf und fortlaufende Verluste über die restliche Zeit zu verabreichen (d. h. 1100 ml über die verbleibenden 8 Stunden, also 13,75 ml/kg/h).
Die Frage nach der Geschwindigkeit, mit der Flüssigkeit intravenös verabreicht werden kann, lässt sich also nicht einfach beantworten, da dies immer von den jeweiligen Umständen abhängig ist. Bedenken Sie, dass Sie bei Tieren in Schock pro Stunde maximal die Menge des Blutvolumens verabreichen dürfen; das sind bei Hunden 80–90 ml/kg/h und bei Katzen 50–55 ml/kg/h, sofern Herzfunktion und Harnausscheidung normal sind.
Zu diesem Zweck wird meist Ringer-Laktat empfohlen, das in der Regel mit einer Rate von 10 ml/kg/h verabreicht wird. Sollten Sie dazu mehr wissen wollen, empfiehlt sich ein Nachlesen in dem exzellenten, von Peter Pascoe verfassten Kapitel mit dem Titel „Perioperative management of fluid therapy” im Buch von S.P. DiBartola: „Fluid, Electrolyte, and Acid Base Disorders in Small Animal Practice”, 3. Auflage, Elsevier, St. Louis, 2006; Seite 406–408.
Darf man die Flüssigkeiten in der Mikrowelle anwärmen? 

Dies vorweg: Es ist absolut korrekt und sicher, Kleintieren Flüssigkeiten mit Raumtemperatur zu verabreichen. Wenn Sie es jedoch für notwendig erachten, können Sie kristalloide Flüssigkeiten durchaus in der Mikrowelle anwärmen, solange Sie darauf achten, dass diese nicht höher als auf Körpertemperatur erwärmt werden. Danach ist der Beutel mehrmals zu schwenken, um die Flüssigkeit gut durchzumischen und zu verhindern, dass diese an bestimmten Stellen im Beutel übermäßig heiß ist.
Ist die Verabreichung von Ringer-Laktat bei Patienten mit Lebererkrankungen zu empfehlen? 

Die Gabe von Laktat in Form eines Salzes (wie dies bei Ringer-Laktat der Fall ist) kann direkt keine Laktatazidose verursachen. Eher hinterfragt wird manchmal die Fähigkeit der hypoxischen Leber, Laktat verstoffwechseln zu können. Man muss davon ausgehen, dass die Gabe von Ringer-Laktat in den meisten Fällen für die Patienten von Vorteil ist, da jede Tendenz zur Laktatakkumulation sehr wahrscheinlich durch die infolge der Volumenexpansion der extrazellulären Flüssigkeit verbesserte Leberperfusion und Sauerstoffversorgung mehr als kompensiert wird.
Kalium kann in kristalloiden Flüssigkeiten zur subkutanen Applikation in Konzentrationen von bis zu 30 – 35 mmol/l verwendet werden. Bei der Supplementierung von kristalloiden, intravenös zu verabreichenden Flüssigkeiten mit KCl halten wir uns traditionellerweise an die nachstehend angeführte „gleitende“ Skala, die in den 1970er-Jahren von Dr. Richard Scott am Animal Medical Center entwickelt wurde. Die intravenöse Kaliumsupplementierung darf KEINESFALLS 0,5 mmol/kg/h überschreiten.
Richtlinien für die routinemäßige intravenöse Supplementierung mit Kalium*
| Kaliumkonzentration im Serum (mmol/l) | mmol KCl, die zu 250 ml Flüssigkeit hinzugefügt werden | mmol KCl, die zu 1 l Flüssigkeit hinzugefügt werden | Maximale Infusionsrate (ml/kg/h) |
|---|---|---|---|
| <2.0) | 20 | 80 | 6 |
| 2,1–2,5 | 15 | 60 | 8 |
| 2,6–3,0 | 10 | 40 | 12 |
| 3,1–3,5 | 7 | 28 | 18 |
| 3,6–5,0 | 5 | 20 | 25 |
Welches wissenschaftliche Prinzip steht hinter dem Einsatz von hypotonen Infusionslösungen? 

Infusionslösungen zur Deckung des Erhaltungsbedarfs enthalten weniger Natrium und mehr Kalium als Flüssigkeiten zum Volumenersatz. Viele dieser Lösungen enthalten etwa 50 mmol Natrium pro Liter.
Nehmen wir das Beispiel eines 10 kg schweren Hundes mit 6 l Gesamtkörperwasser. Vier Liter davon sind intrazelluläre Flüssigkeit mit einer Natriumkonzentration von 10 mmol/l (insgesamt 40 mmol) und zwei Liter entfallen auf die extrazelluläre Flüssigkeit mit einer Natriumkonzentration von 140 mmol/l (insgesamt 280 mmol). Somit beträgt die durchschnittliche Natriumkonzentration im Gesamtkörperwasser ungefähr 320 mmol dividiert durch 6 Liter, also 53 mmol/l. Alle Lösungen zur Deckung des Erhaltungsbedarfs weisen daher eine Natriumkonzentration auf, die jener der durchschnittlichen Konzentration im Gesamtkörperwasser entspricht. Eine ähnliche Berechnung ist für Kalium nicht möglich, da jede übermäßig rasche intravenöse Verabreichung großer Mengen an Kalium tödlich sein kann (siehe auch vorstehende Frage: Die maximale sichere Infusionsrate für Kalium beträgt 0,5 mmol/kg/h). Daher enthalten die meisten für die Flüssigkeitstherapie verwendeten Lösungen maximal 15 mmol/l an Kalium.
Beachten Sie, dass diese Lösungen typischerweise hypoton sind. So beträgt z. B. die Osmolalität von 0,45%igem NaCl 154 mOsm/kg. Eine 0,45%ige NaCl-Lösung in 2,5%iger Dextrose hat eine Osmolalität von 280 mOsm/kg, doch wird die Dextrose vom Organismus verstoffwechselt, sodass die Lösung letztendlich hypoton ist.
Kolloidale Infusionslösungen werden dann verwendet, wenn ein anhaltender, möglichst starker Plasmavolumeneffekt gewünscht ist. Kristalloide Lösungen verteilen sich rasch—innerhalb von 15 Minuten—im interstitiellen Raum und sind nach mehreren Stunden im Gesamtkörperwasser verteilt. Kolloide sind Substanzen mit hohem Molekulargewicht. Sie zeichnen sich durch einen längeren intravasalen Volumeneffekt aus („Plasmaexpander”) und sind daher bei Schockpatienten angezeigt, die eine rasch wirksame und nachhaltige Expansion des Blutvolumens benötigen.
Eine zweite Einsatzmöglichkeit für kolloidale Lösungen ist die Behandlung von Patienten mit niedrigem onkotischem Druck infolge von Hypalbuminämie. In diesen Fällen liefert ein Kolloid eine onkotische Unterstützung und sorgt für einen längeren Verbleib von Flüssigkeit und Elektrolyten im vaskulären Raum. Sowohl Dextrane wie auch Hydroxyethylstärke (HES) werden üblicherweise mit 0,9%iger Kochsalzlösung verabreicht. Näheres zu Kolloiden ist in den Kapiteln 17 und 27 im Buch von S.P. DiBartola: „Fluid, Electrolyte, and Acid Base Disorders in Small Animal Practice”, 3. Auflage, Elsevier, St. Louis, 2006, nachzulesen.
Kann auch zuviel Flüssigkeit verabreicht werden? 

Aber ja! Allerdings verzeiht der tierische Organismus leicht eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr, vorausgesetzt, das Tier ist organisch gesund. Solange die Pumpfunktion des Herzens sowie die Harnausscheidung normal sind, ist eher nicht mit Problemen zu rechnen. Viele Patienten profitieren wahrscheinlich eher von etwas zu viel Flüssigkeit als von zu geringer Flüssigkeitszufuhr. Im Gegensatz dazu kann es bei Patienten mit Herzerkrankungen oder pathologischer Oligurie (z. B. bei akutem oligoanurischem Nierenversagen) sehr schnell zu ernsten Problemen durch Hyperhydratation kommen.
Kann man pH, PCO2 und Bikarbonat (HCO3-) sowohl in venösen als auch in arteriellen Proben bestimmen? 

Die kurze Antwort lautet: Ja. Arterielles Blut ist das ideale Probenmaterial, da der Sauerstoffgehalt des Blutes beurteilt werden kann (wichtig bei Patienten mit pulmonalen und kardiovaskulären Erkrankungen). Zudem ist die Probe nicht durch Hämostase und lokalen Gewebestoffwechsel beeinflusst. Viele wertvolle Informationen sind jedoch aus der sorgfältigen Untersuchung und Interpretation der venösen Blutgase zu ziehen. Aufgrund des peripheren Gewebemetabolismus weist das venöse Blut einen höheren PCO2 und einen niedrigeren pH-Wert auf als das arterielle Blut. Beachten Sie z. B. die nachstehenden Angaben, die von gesunden, nicht anästhesierten Hunden stammen und im Journal of Veterinary Internal Medicine (2001;5[5]:294–298) veröffentlicht wurden.
| Parameter | Arterielles Blut | Venöses Blut aus der Jugularvene |
|---|---|---|
| pH-Wert | 7,395 ± 0,028 | 7,352 ± 0,023 |
| PCO2 (mmHg) | 36,8 ± 2,7 | 42,1 ± 4,4 |
| Bikarbonat (mmmol/l) | 21,4 ± 1,6 | 22,1 ± 2,0 |
Sind pH, PCO2 und Bikarbonat diagnostisch aussagekräftig? 

Auch hier lautet die kurze Antwort: Ja. In der Fachliteratur sind viele unterschiedliche Konzepte zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushaltes zu finden. Manche Parameter, wie Standardbikarbonat und Basenabweichung, basieren auf der Vorstellung (was eigentlich eine allzu große Vereinfachung darstellt), dass die Pufferkapazität von Vollblut repräsentativ für die Pufferkapazität des gesamten Organismus des Tieres ist. Andere Konzepte, wie die Differenz der starken Ionen (SID/strong ion difference), sind zwar vom Prinzip her richtig, doch mathematisch höchst kompliziert und zur Verwendung in der täglichen Praxis mit Sicherheit zu umständlich. Wenn Sie also die Prinzipien der Säure-Basen-Chemie und der Physiologie verinnerlicht haben, reichen die Bestimmung von pH, PCO2 und Bikarbonat für eine Diagnose durchaus aus.
Das Gesamt-CO2 wird durch Zugabe einer starken Säure zum Plasma oder Serum bestimmt, indem die Menge an CO2 gemessen wird, die bei dieser Reaktion freigesetzt wird: H+ + HCO3- → H2CO3 → CO2 + H2O.
Der Begriff „Gesamt-CO2” bezieht sich auf die Tatsache, dass bei dieser Methode sowohl das gelöste CO2 als auch das in Form von HCO3-Ionen vorliegende CO2 in der Probe erfasst wird. Im Ergebnis ist der bei einer anaerob behandelten Probe bestimmte Gesamt-CO2-Wert um etwa 1 oder 2 mmol/l höher als die Bikarbonatkonzentration, weil gelöstes CO2 (in mmol/l) = PCO2 (in mmHg) × 0,03 (Löslichkeitskoeffizient für CO2) beträgt. Werden Proben jedoch aerob behandelt (was bei Blutproben, die an ein Labor gesandt werden, in der Regel der Fall ist), wird das gelöste CO2 in die Atmosphäre abgegeben, sodass der ermittelte Wert grundlegend der Bikarbonatkonzentration der Probe entspricht. Dies ist die lange Erklärung für die einfache Tatsache, dass das Gesamt-CO2 bei einem routinemäßig erstellten biochemischen Profil dasselbe ist wie die Bikarbonatkonzentration. Inwieweit der ermittelte Wert von diagnostischer Aussagekraft ist, wird davon abhängen, wie sehr der Kliniker die Einzelheiten des Säure-Basen-Haushaltes versteht.
Zum Beispiel die Frage, was genau eine niedrige Bikarbonatkonzentration bedeutet. Meist bedeutet es, dass eine metabolische Azidose vorliegt, doch kann es auch (wenn auch viel seltener) eine infolge der Kompensation einer primären respiratorischen Alkalose verringerte Bikarbonatkonzentration widerspiegeln. Eine Blutgasanalyse wäre zur definitiven Beantwortung dieser Frage erforderlich, sofern das klinische Bild nicht bereits eine eindeutige Antwort geliefert hat.
Ein weiteres Beispiel: Was bedeutet eine hohe Bikarbonatkonzentration? Meist bedeutet dies, dass eine metabolische Alkalose vorliegt, doch könnte es auch eine aufgrund einer kompensierten primären respiratorischen Azidose erhöhte Bikarbonatkonzentration widerspiegeln. Auch in diesen Fällen wäre eine Blutgasanalyse zur definitiven Beantwortung dieser Frage erforderlich, sofern das klinische Bild nicht bereits eindeutig ist. Ein tiefes Verständnis der Prinzipien des Säure-Basen-Haushaltes ist somit äußerst hilfreich bei der Interpretation des Gesamt-CO2-Wertes in einem biochemischen Profil.
Wie häufig sollte man im Rahmen des Therapiemonitorings die Säure-Basen-Parameter kontrollieren? 

Dies hängt davon ab, ob der Patient stabil ist oder nicht. Je instabiler der Patient, desto häufiger sollten die Säure-Basen-Parameter kontrolliert werden. Bei kritisch kranken Patienten kann dies alle paar Stunden erforderlich sein. Bei diesen Tieren, die angesichts stark erniedrigter pH-Werte (7,0–7,1) als Kandidaten für eine Natriumbikarbonat-Therapie angesehen werden, stellt die langsam intravenös verabreichte Gabe einer geringen Bikarbonat-Dosis (z. B. 1–2 mmol/kg) gängige Praxis dar. Wenige Stunden nach der Supplementierung werden die Blutgase erneut bestimmt.
Dies hängt vom klinischen Zustand des Patienten und von den Präferenzen des behandelnden Tierarztes ab. Die Entscheidung für eine Verabreichung von Bikarbonat fällt meist bei kritisch kranken Patienten (z. B. bei einem Blut-pH von ≤ 7,1); in der Regel wird dann niedrig dosiertes Bikarbonat (1–2 mmol/kg) langsam auf intravenösem Weg verabreicht. Auch alkalisierende kristalloide Flüssigkeiten (z. B. Ringer-Laktat) werden häufig gegeben. Werden die Blutgaswerte dann einige Stunden später kontrolliert, ist es durchaus möglich, dass die Azidose bereits abklingt und dass keine weiteren Bikarbonatgaben mehr notwendig sind.
In den seltenen Fällen, in denen eine hochgradige metabolische Azidose und extrem erniedrigte Bikarbonatkonzentrationen nicht auf die Initialtherapie ansprechen, kann der Kliniker unter Umständen entscheiden, eine Bikarbonatinfusion mit konstanter Abgaberate einzuleiten, doch bleiben einige wichtige Fragen dabei offen. Zum Beispiel: Welches Verteilungsvolumen (Vd) sollte bei der Berechnung der zu verabreichenden Bikarbonatmenge verwendet werden? Die allgemeine Formel lautet: mmol Bikarbonat = Vd × Körpergewicht (kg) × Bikarbonatdefizit (mmol/l). Bei dieser Gleichung treten Vd-Werte von 0,2 (extrazellulärer Raum) bis 0,6 (Gesamtkörperwasser) auf, und das Verteilungsvolumen für Bikarbonat kann bei Hunden mit hochgradiger chronischer metabolischer Azidose (zumindest im Experiment) mehr als 0,6 betragen. Wenn Sie diese Art von Gleichung verwenden, ist es wahrscheinlich ratsam, für Vd einen niedrigen Wert von z. B. 0,2 anzusetzen, bis ein Ansprechen des Patienten zu erkennen ist.
Eine weitere Frage wäre, wie das „Bikarbonatdefizit“ berechnet wird. Subtrahieren Sie einfach die Bikarbonatkonzentration des Patienten vom Normalwert von 21 mmol/l und setzen das Ergebnis in die oben genannte Gleichung als „Bikarbonatdefizit“ ein? Das sollten Sie eher nicht tun, denn Ziel ist nicht, die Bikarbonatkonzentration des Patienten sofort auf den Normalwert zu bringen, sondern nur gerade um so viel anzuheben, dass der pH-Wert aus der Gefahrenzone kommt (d. h. auf über 7,2). Die dafür erforderliche Menge an Bikarbonat wird sehr wahrscheinlich geringer sein als der mithilfe der Gleichung berechnete Wert.
Anhand dieser Überlegungen können Sie bereits erkennen, dass die Sache nicht einfach durch Einsetzen von Zahlen in eine Gleichung zu regeln ist. Es ist folglich in vielen Fällen vorzuziehen, wiederholt kleine Dosen Natriumbikarbonat zu verabreichen, bis sich der Blut-pH-Wert des Patienten auf über 7,2 stabilisiert hat. Dies bedeutet, dass die Blutgaswerte laufend kontrolliert werden müssen, um die Therapie entsprechend anpassen zu können.
Kann man die Basenabweichung (Base excess) zur Beurteilung des Säure-Basen-Status heranziehen? 

Über den Wert der Basenabweichung zur Beurteilung des Säure-Basen-Status gehen die Meinungen auseinander. Die Basenabweichung ist definiert als die Menge einer starken Säure oder einer Base, die erforderlich ist, um 1 l Blut bei 37 °C auf einen pH von 7,40 zu titrieren, während PCO2 konstant bei 40 mmHg gehalten wird. Die Basenabweichung wird nur durch nichtvolatile (oder fixe) Säuren verändert, sodass man davon ausgeht, dass sie das Ausmaß von metabolischen Störungen des Säure-Basen-Haushaltes widerspiegelt. Ein negativer Wert zeigt eine metabolische Azidose an, während ein positiver Wert auf eine metabolische Alkalose hinweist (der Referenzbereich liegt zwischen etwa -3 und +3 mmol/l). Veränderungen bei der Basenabweichung werden in der Praxis häufig zur Diagnose von metabolischen Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichtes herangezogen. Beobachtete Veränderungen des Bikarbonatwertes eines Patienten können jedoch eine normale Anpassungsreaktion der Niere auf das Vorliegen einer primären respiratorischen Säure-Basen-Imbalanz darstellen. Wenn ein Kliniker die Implikationen der Henderson-Hasselbalch-Gleichung versteht und allgemeine Richtlinien zur Interpretation der Blutgaswerte befolgt, besteht eigentlich keine Notwendigkeit, die Basenabweichung zu thematisieren.

Unter „Anionenlücke” versteht man den Unterschied zwischen den routinemäßig gemessenen Kationen (Natrium und Kalium) und den routinemäßig gemessenen Anionen (Chlorid und Bikarbonat). In Wirklichkeit muss allerdings das Gesetz der Elektroneutralität erfüllt werden und es gibt eigentlich keine Anionenlücke. Es ist einfach nur so, dass es mehr nicht routinemäßig gemessene Anionen (d. h. negative Ladungen von Proteinen, Phosphat, Sulfat und Laktat sowie andere organische Anionen) als nicht routinemäßig gemessene Kationen (d. h. nur Kalzium und Magnesium) gibt.
Bei manchen Formen der metabolischen Azidose verringern fixe Säuren die Bikarbonatkonzentration im Serum, und die Anionen dieser Säuren können als nicht gemessene Anionen akkumulieren. Zu den Beispielen dafür zählen die diabetische Ketoazidose (bei der organische Ketoanionen akkumulieren), die Ethylenglykolvergiftung (mit Akkumulation von organischen Anionenmetaboliten des Ethylenglykols), Nierenversagen (mit Phosphatakkumulation) und, wie im vorstehenden Diagramm dargestellt, die Laktatazidose (bei der sich das organische Anion Laktat anreichert).
Diese Art von Azidose wird als „hohe Anionenlücke” oder „normochlorämische Azidose“ bezeichnet, da es zu einem Anstieg der nicht gemessenen Anionen im Verhältnis zur verringerten Konzentration an Bikarbonat kommt, während Chlorid im Serum unverändert bleibt. Diese Art der metabolischen Azidose ist die in der Tiermedizin am häufigsten beobachtete Form.
Die andere Form der Azidose, die im Diagramm oben rechts dargestellt ist, wird als „normale Anionenlücke” oder „hyperchlorämische Azidose“ bezeichnet, da keine Akkumulation nicht gemessener Anionen vorliegt und die Serumchloridkonzentration in dem Maße steigt, wie die Konzentration von Bikarbonat im Serum sinkt. Diese Form der Azidose wird in der Tiermedizin seltener beobachtet; sie tritt typischerweise bei einem Dünndarmdurchfall auf. Dabei geht mit dem Durchfall bikarbonatreiche Flüssigkeit verloren, das Tier wird zunehmend dehydratisiert und die Nieren steigern ihre Natrium-und Wasserresorption. Aufgrund der geringeren Bikarbonatkonzentration des Serums vermindert sich der Anfall an gefiltertem Bikarbonat und die Nieren müssen mehr Natrium mit Chlorid reabsorbieren, was zu einer Hyperchlorämie führt. Sonstige Ursachen einer hyperchlorämischen Azidose, wie die renale tubuläre Azidose, sind selten.
In der Regel wird die erwartete kompensatorische Reaktion des Patienten aufgrund von Berechnungen auf der Basis „durchschnittlicher" Normwerte beurteilt. In Wirklichkeit ist es aber so, dass wir es mit von den Laboratorien festgesetzten Referenzbereichen zu tun haben und nicht wirklich wissen, was der tatsächliche „Normalwert” des einzelnen individuellen Patienten ist. Im Fall des pH-Wertes verwenden wir allgemein 7,38 als durchschnittlichen „Normwert“ für arterielle Blutproben. Als Folge dieser Ungewissheit kommen wir zu dem Schluss, dass eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes eine einfache Störung ist, solange der beobachtete kompensatorische PCO2 (im Fall von metabolischen Störungen) bzw. die kompensatorische Bikarbonatkonzentration (im Fall von respiratorisch bedingten Imbalanzen) um 2–3 mmHg (für PCO2) bzw. 2–3 mmol/l (für Bikarbonat) vom berechneten Wert abweicht. Nur wenn die ermittelten Werte mehr als 2–3 mmHg bzw. 2–3 mmol/l außerhalb des berechneten Wertebereiches liegen, wird die Möglichkeit einer gemischten Störung erwogen. Wichtig ist in diesen Fällen, sich stets zu fragen, ob unsere Schlussfolgerungen mit dem klinischen Bild des Patienten vereinbar sind.
Jede der Komponenten stellt einen wesentlichen Teil des IDEXX-Sofortlabors in der tierärztlichen Praxis dar.
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