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Daten zu vektorübertragenen Erkrankungen in Europa unterstreichen die dringende Notwendigkeit für Tests und Prävention

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Daten zu vektorübertragenen Erkrankungen in Europa unterstreichen die dringende Notwendigkeit für Tests und Prävention

A dog looks to the side in a field of grass.

Zecken, Moskitos und Sandmücken sind für Mensch und Tier nicht einfach nur lästig. Über sie können können Hunde sich mit vektorübertragenen Krankheiten (CVBD) anstecken, die eine ernste Gefahr für ihre Gesundheit darstellen. Populationen solcher und anderer Arthropoden die Erreger von VBD, wie Anaplasma spp., Ehrlichia spp., Borrelia burgdorferi (Lyme-Borreliose), Leishmania spp. und Dirofilaria immitis (Herzwurm), auf Hunde übertragen, sind in Europa auf dem Vormarsch. Das geht aus der 2022 in Parasites & Vectors veröffentlichten Studie Seropositivity of Main Vector-borne Pathogens in Dogs Across Europe1 hervor.

Dabei breiten sie sich in Gebiete aus, in denen sie zuvor noch nicht weit verbreitet waren. Dadurch erhöhen sie das Risiko für Hunde, sich mit einer potenziell tödlichen Krankheit anzustecken. Auch die Tierärzte/innen, die in diesen Gegenden arbeiten, stellen sie vor neue Herausforderungen. 

Diese regionale Ausbreitung ist in großen Teilen auf den Klimawandel zurückzuführen, der die Verbreitung von Vektorpopulationen begünstigt. Darüber hinaus tragen auch Menschen, die gemeinsam mit ihren Hunden ihren Urlaub im Ausland verbringen, und der Import von Hunden aus Regionen, in denen die Krankheit bereits prävalent ist, zur Ausbreitung von CVBD in neue Gebiete bei. 
 
Der Klimawandel und der Import von Hunden haben zur Folge, dass sich Zecken, wie  zum Beispiel die braune Hundezecke - der Hauptüberträger der Ehrlichiose und Anaplasmose (A. platys) bei Hunden - aller Voraussicht nach auch in nordeuropäische Regionen ausbreiten werden. Zecken, die Lyme-Borreliose und granulozytäre Anaplasmose verursachen (A. phagocytophilum), wie der gemeine Holzbock, kommen vor allem in höher gelegenen Regionen vor, wohingegen sich Sandmücken – potenzielle Überträger von Leishmania spp. – auch in Europa verstärkt ausbreiten.  

Auch wenn es sich hierbei nur um einige Beispiele handelt, zeigen sie doch deutlich, warum CVBD auf dem ganzen Kontinent immer häufiger vorkommen, was Tierärzten/innen und Tierhaltern/innen zunehmend Sorgen bereitet. Hinzu kommt, dass Diagnostik und Vorsorgemaßnahmen an diese Entwicklungen angepasst werden müssen.

Daten weisen auf eine besorgniserregende Entwicklung hin
Die Studie Seropositivity of Main Vector-borne Pathogens in Dogs Across Europe betont diese zunehmende Gefahr für Hunde und ihre Gesundheit. Auf Basis des größten Datenbestands zum Vorkommen von caninen vektorübertragenen Krankheiten auf dem europäischen Kontinent kam die Studie1 zu dem Schluss, dass Hunde diesen Erkrankungen regelmäßig ausgesetzt sind – möglicherweise häufiger, als bislang gedacht. Die Studie verdeutlicht zudem, dass Tierärzte/innen besonders aufmerksam und sorgfältig auf solche Erkrankungen testen müssen, um sowohl Vorsorge als auch eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen.

Wenngleich die Früherkennung von durch Zecken übertragenen Krankheiten schon immer von großer Bedeutung war, gibt es zunehmend mehr Belege, die darauf hinweisen, dass, Akuterkrankungen bei Hunden schon kurze Zeit nach einem Zeckenbiss auftreten können. Das beweist, wie entscheidend eine frühe Erkennung in diesen Fällen sein kann.2

Deutsche Tierärzte/innen sind alarmiert
In Europa leiden immer mehr Hunde an CVBD. Trotzdem sind die Konsequenzen in Deutschland besonders stark spürbar, da dort die Hundepopulation mit über 10 Millionen europaweit am größten ist.

Für Deutschland hat die Studie beispielsweise die höchste Prävalenz für Anaplasma und Borrelia (14,2 % bzw. 6 %) ermittelt. Hier sind zudem Koinfektionen mit diesen beiden vektorübertragenen Erkrankungen von Bedeutung, da diese negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben und die Wahrscheinlichkeit, eine Erkrankung zu entwickeln, erhöhen können. Leishmania trat mit 12 % überraschend häufig auf. Das spiegelt die hohe Rate an infizierten Hunden wider, die nach Deutschland eingeführt werden. 

In Anbetracht des hohen Risikos für canine vektorübertragene Krankheiten in Deutschland hat die Studie eine besondere Relevanz, da sie höchst detailiierte Daten liefert, anhand derer Tierärzte/innen in diesen Regionen die bestmöglichen Vorsorge - und Diagnosestrategien entwickeln können. Für ihre Ergebnisse greift die Studie auf über 224 000 SNAP 4Dx Plus Testergebnisse und 211 000 SNAP Leishmania Testergebnisse aus den Jahren 2016 bis 2020 zurück.

Diagnostik vektorübertragener Krankheiten
Der überlegenen Sensitivität und Spezifität des SNAP 4Dx Plus und SNAP des Leishmania ist es zu verdanken, dass Tierärzte/innen den Testergebnissen vertrauen und mit mehr Sicherheit Behandlungsentscheidungen treffen können. Der SNAP Leishmania weist Antikörper gegen Leishmania nach, während der SNAP 4Dx Plus Antigen von Dirofilaria immitis und Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum, Anaplasma platys, Borrelia burgdorferi, Ehrlichia canis und Ehrlichia ewingii detektiert – und das in einer einzigen Vollblut-, Plasma- oder Serumprobe. Beide Tests werden direkt in der Praxis durchgeführt und liefern in weniger als 10 Minuten Ergebnisse.

Ein weiterer Vorteil des Tests: Er kann Hinweise dafür liefern, dass Hunde über den Kontakt mit verschiedenen Vektoren oder Koinfektionen, die vom selben Vektor transportiert werden, Kontakt mit mehr als einem Erreger haben. Auf diese Weise kann der Test die Diagnosestellung, Behandlung und das Bewusstsein für vektorübertragene Erkrankungen zusätzlich unterstützen.

Blick in die Zukunft
Angesichts des wachsenden Einflusses wachsender Zeckenpopulationen und der durch sie übertragenen Krankheiten, die für eine steigende Zahl an Hunden ein Risiko darstellen, lässt sich eines mit Gewissheit sagen: Frühzeitige Routinetests auf canine vektorübertragene Erkrankungen können nicht nur Leben retten, sondern auch das Leben von Hunden verlängern. Die in Parasites & Vectors veröffentlichte Studie konnte auf Grundlage der SNAP Tests nachweisen, dass CVBD in ganz Europa immer häufiger vorkommen und sich zunehmend ausbreiten. Des Weiteren offenbarte die Studie, dass Tierarztpraxen in den betroffenen Ländern zunehmend mit den besten verfügbaren Technologien auf diese neue Datenlage reagieren müssen.

Erfahren Sie mehr über unsere Tests für canine vektorübertragene Krankheiten: SNAP 4Dx Plus und SNAP Leishmania.


Références
  1. Miró G, Wright I, Michael H, et al. Seropositivity of main vector-borne pathogens in dogs across Europe. Parasites & Vectors. 2022;15(1):189. doi:10.1186/s13071-022-05316-5
  2. Beall MJ, Mainville CA, Arguello-Marin A et al. An improved point-of-care ELISA for the diagnosis of anaplasmosis and ehrlichiosis during the acute phase of tick-borne infections in dogs. Top Companion Anim Med. 2022;51:100735. doi: 10.1016/j.tcam.2022.100735.
  3. Facts and Figures 2021, European Overview. FEDIAF. The European Food Industry. Veröffentlicht im Jahr 2022. Abgerufen am 25. April 2023. https://www.dropbox.com/s/h3vapzfju5j8vei/Facts%20and%20Figures%202021.pdf?dl=0